Warum die Prämien kantonal so unterschiedlich sind
Die Schweiz ist ein föderaler Staat, und das spiegelt sich auch bei den Krankenkassenprämien wider. Die Prämie hängt massgeblich von den Gesundheitskosten im jeweiligen Kanton ab. In Kantonen mit hoher Ärztedichte, vielen Spitälern und einer eher urbanen Bevölkerung (z. B. Basel-Stadt oder Genf) fallen höhere Behandlungskosten an. Diese werden über die Prämien finanziert.
In ländlichen Kantonen mit weniger medizinischer Infrastruktur und einer gesünderen Bevölkerungsstruktur (z. B. Appenzell Innerrhoden oder Nidwalden) sind die Kosten deutlich tiefer. Die Differenz zwischen dem teuersten und dem günstigsten Kanton beträgt bei der Standardprämie über CHF 200 pro Monat — das sind mehr als CHF 2'400 pro Jahr.
Zusätzlich teilt das BAG jeden Kanton in bis zu drei Prämienregionen ein. Region 1 (städtisch) ist am teuersten, Region 3 (ländlich) am günstigsten. Nicht jeder Kanton hat alle drei Regionen.
Hinweis zu den Daten
Die Prämien basieren auf den offiziellen BAG-Daten (Stand Oktober 2025) und gelten für Erwachsene ab 26 Jahren, Franchise CHF 300, Standardmodell, Prämienregion 1. Für Ihre individuelle Prämie nutzen Sie den Prämienvergleich.
Analyse: Die 3 günstigsten und 3 teuersten Kantone
Die günstigsten Kantone
Appenzell Innerrhoden ist seit Jahren der günstigste Kanton der Schweiz. Die Gründe: wenige Spitäler, geringe Ärztedichte, eine kleine, ländliche Bevölkerung und niedrige Gesundheitskosten pro Kopf. Ähnlich verhält es sich mit Nidwalden und Uri — beides kleine Innerschweizer Kantone mit überschaubarer medizinischer Infrastruktur.
Die teuersten Kantone
Basel-Stadt ist der teuerste Kanton, gefolgt von Genf und Waadt. In Basel-Stadt treiben die hohe Spitaldichte (Universitätsspital, diverse Spezialkliniken) und die vielen Spezialisten die Kosten in die Höhe. In Genf kommt eine überdurchschnittlich hohe Nutzung medizinischer Leistungen hinzu. Interessanterweise hat Basel-Stadt zugleich eine der höchsten Differenzen zwischen günstigster und teuerster Kasse (CHF 134/Monat), was einen Vergleich umso lohnender macht.
Prämienregionen innerhalb der Kantone
Die meisten Kantone sind in mehrere Prämienregionen aufgeteilt. Die Einteilung erfolgt durch das BAG:
- Region 1: Städtische Gemeinden — höchste Prämien
- Region 2: Halbstädtische Gemeinden — mittlere Prämien
- Region 3: Ländliche Gemeinden — tiefste Prämien
Der Unterschied zwischen Region 1 und Region 3 kann im selben Kanton CHF 20 bis CHF 60 pro Monat betragen. Prüfen Sie daher, in welcher Prämienregion Ihre Wohngemeinde liegt — das kann sich lohnen.
Spartipps für Ihren Kanton
Unabhängig vom Wohnkanton können Sie mit den richtigen Strategien Ihre Prämie deutlich senken:
- Kasse wechseln: Vergleichen Sie jährlich die Prämien und wechseln Sie zum günstigsten Anbieter. Nutzen Sie unser Ranking als Ausgangspunkt.
- Modell wechseln: Ein Wechsel vom Standard- zum Telmed-Modell spart 12–20 Prozent.
- Franchise erhöhen: Mit der höchsten Franchise von CHF 2'500 sparen Sie CHF 100–180 pro Monat.
- Prämienverbilligung beantragen: Informieren Sie sich bei Ihrem Kanton über die individuelle Prämienverbilligung (IPV).
Die Kombination aus der günstigsten Kasse in Ihrem Kanton, einem alternativen Modell und einer hohen Franchise kann Ihre Prämie um bis zu 50 Prozent senken — bei identischen Grundversicherungsleistungen.
Für Studenten und Azubis gelten zusätzlich vergünstigte Prämien in der Altersgruppe 19–25. Auch hier lohnt sich ein kantonaler Vergleich.