Junge Erwachsene: Reduzierte Prämien von 19 bis 25
Das Schweizer Krankenversicherungsgesetz (KVG) kennt drei Altersgruppen mit unterschiedlichen Prämien: Kinder (0–18), junge Erwachsene (19–25) und Erwachsene (ab 26). Für die Altersgruppe 19–25 gewähren die meisten Kassen reduzierte Prämien, die 50 bis 70 Prozent unter der regulären Erwachsenenprämie liegen.
Es gibt keine spezielle "Studentenversicherung" — der reduzierte Tarif gilt für alle jungen Erwachsenen, unabhängig davon, ob sie studieren, eine Lehre absolvieren, arbeiten oder stellensuchend sind. Entscheidend ist allein das Alter.
Wichtig: Wechsel zur Erwachsenenprämie
Am 1. Januar des Jahres, in dem Sie 26 werden, wechseln Sie automatisch in die Erwachsenenkategorie. Die Prämie kann sich dann verdoppeln oder verdreifachen. Vergleichen Sie spätestens im Oktober davor die Prämien und wechseln Sie bei Bedarf die Kasse. Nutzen Sie unser Ranking für die Suche.
Die 5 günstigsten Kassen für junge Erwachsene 2026
Die folgende Tabelle zeigt die billigsten Krankenkassen für junge Erwachsene (19–25), Franchise CHF 300, Standardmodell, schweizweiter Durchschnitt:
6 Spartipps speziell für Studenten und Azubis
1. Eigene Kasse wählen — nicht bei den Eltern bleiben
Ab 18 Jahren können Sie eine eigene Krankenkasse wählen. Es gibt keine Familienpflicht in der Grundversicherung. Die günstigste Kasse für Ihre Eltern ist nicht zwingend die günstigste für Sie. Vergleichen Sie die Prämien separat und wechseln Sie bei Bedarf. Unser Prämienvergleich hilft dabei.
2. Telmed-Modell wählen
Als junger, digital-affiner Mensch ist das Telmed-Modell ideal. Bevor Sie einen Arzt aufsuchen, rufen Sie eine medizinische Hotline an oder nutzen eine App. Dafür sparen Sie 12 bis 20 Prozent auf die Prämie. Bei den meisten Anbietern können Sie die telefonische Beratung rund um die Uhr erreichen.
3. Höchste Franchise wählen
Studenten und Azubis sind in der Regel gesund und gehen selten zum Arzt. Die höchste Franchise von CHF 2'500 senkt die Prämie um bis zu CHF 120 pro Monat. Legen Sie CHF 2'500 als Notreserve auf ein Sparkonto — damit sind Sie auch für den Worst Case abgesichert.
4. Unfallversicherung prüfen
Wenn Sie neben dem Studium mindestens 8 Stunden pro Woche arbeiten, sind Sie über den Arbeitgeber unfallversichert. In diesem Fall können Sie den Unfalleinschluss in der Grundversicherung ausschliessen und sparen CHF 5–15 pro Monat. Wer ausschliesslich studiert (ohne Nebenjob), braucht den Unfalleinschluss zwingend.
5. Prämienverbilligung beantragen
Studenten mit geringem Einkommen haben in vielen Kantonen Anspruch auf individuelle Prämienverbilligung (IPV). Die Einkommensgrenzen variieren kantonal. In manchen Kantonen (z. B. Zürich) erhalten Personen in Ausbildung automatisch eine Verbilligung, in anderen müssen Sie den Antrag selbst stellen. Informieren Sie sich beim kantonalen Sozialversicherungsamt — die Ersparnis kann mehrere Hundert Franken pro Jahr betragen.
6. Prämien jährlich überweisen
Einige Kassen gewähren einen Skonto von 0.5 bis 2 Prozent bei jährlicher Zahlung. Bei einer Monatsprämie von CHF 148 ist die Ersparnis zwar bescheiden (CHF 9–36/Jahr), aber jeder Franken zählt im Studentenbudget. Mehr dazu in unseren 8 Spartipps.
Rechenbeispiel: Student in Zürich
Sarah, 22, Studentin ETH Zürich, Nebenjob 12h/Woche
Vorher: Helsana Standard, Franchise 300, Unfall eingeschlossen = CHF 248/Mt.
Nachher: Assura Telmed, Franchise 2'500, Unfall ausgeschlossen, jährliche Zahlung = CHF 108/Mt.
Ersparnis: CHF 140/Mt. = CHF 1'680/Jahr
Sarah spart 1'680 Franken pro Jahr — das entspricht fast zwei Semestergebühren an der ETH. Die Grundversicherungsleistungen sind identisch.
Lehrling oder Azubi: Die gleichen Regeln gelten
Auch Lehrlinge und Auszubildende profitieren von den reduzierten Prämien für 19–25-Jährige. Zusätzlich gilt: Da Lehrlinge in der Regel mehr als 8 Stunden pro Woche arbeiten, sind sie über den Lehrbetrieb unfallversichert und können den Unfall in der Grundversicherung ausschliessen.
Mit dem Lehrlingslohn ist das Budget oft knapp. Umso wichtiger ist es, die Krankenkasse zu optimieren. Vergleichen Sie die Prämien in Ihrem Kanton und kombinieren Sie die Strategien aus diesem Artikel.
Was tun, wenn ich 26 werde?
Der Übergang von der Jugendprämie zur Erwachsenenprämie ist ein kritischer Zeitpunkt. Ihre Prämie kann sich verdoppeln. Bereiten Sie sich vor:
- Oktober des Vorjahres: Vergleichen Sie die Erwachsenenprämien aller Kassen in Ihrem Kanton
- November: Kündigen Sie Ihre aktuelle Kasse per Einschreiben, falls eine günstigere Alternative existiert
- Dezember: Melden Sie sich bei der neuen Kasse an
- 1. Januar: Die neue Versicherung beginnt nahtlos
Prüfen Sie auch, ob ein Wechsel des Versicherungsmodells (z. B. von Standard zu Telmed) die Prämienerhöhung abfedern kann. Unser Ranking zeigt die günstigsten Optionen.
Der Wechsel von der Jugend- zur Erwachsenenprämie ist der wichtigste Moment, um die Krankenkasse zu optimieren. Wer rechtzeitig vergleicht, spart über die nächsten Jahrzehnte Tausende Franken.